Altarraumgestaltung in der Basilika

im Zuge der Gesamtinstandsetzung des Innenraums der Basilika durch das Land Baden-Württemberg

Nun ist bereits weitgehend das Baugerüst im Kuppel- und Chorraum von den Gerüsten befreit, die nunmehr nur noch den Bereich des Hochaltars einnehmen, dem vierten und letzten Bauabschnitt. Bis Herbst wird der Künstler Albrecht Zauner, den der KGR mit der Ausarbeitung seiner Ideenskizze für einen neuen Altarraum beauftragt hat, auch weitgehend den konkreten Ausführungsplan erarbeitet haben, bei dem dann auch die liturgisch-praktischen Anliegen der Kirchengemeinde eingearbeitet sind, so dass dieser dann – wie im April  bereits angekündigt – im Herbst vorgestellt und im vom Gerüst befreiten Innenraum nachvollzogen werden kann. Danke an dieser Stelle an alle für die entgegengebrachte Geduld und für das Vertrauen in den KGR, bei seinen Entscheidungen verantwortungsbewusst vorzugehen und sich erst dann eine Meinung zu bilden, wenn der Altarentwurf ausgearbeitet vorliegt und man ihn kennt.

© Pfarramt St. Martin

Informationen der Kirchengemeinde St. Martin zur Altarraumgestaltung

Stellungnahme der Kirchengemeinderäte St. Maria, Hl. Geist und St. Martin und der pastoralen Mitarbeiter.innen zu Kommentaren in der Online-Petition zum Erhalt des Altars in der Basilika in Weingarten…

Stellungnahme zur Petition.pdf

Aus unserer Perspektive haben die in den Kirchengemeinderäten engagierten Menschen stets intensiv um beste Lösungen gerungen, solide und umsichtig gehandelt – und auch das verdient Respekt….

Ehrenamtliches Engagement im Kirchengemeinderat hat auch Respekt verdient.pdf

Ein neuer Altarraum im Zuge der Generalsanierung der Basilika Weingarten?

Die Heilig-Blut-Reliquie zentral im Altar wie auch zeitweise in einem Schrein am großen Seitenaltar, ein mit drei Stufen erhöhter Altarraum, der Ambo näher zur Gemeinde, der Tabernakel am Seitenaltar – das sind die zentralen Veränderungen, die im Rahmen der Altarraumneugestaltung derzeit angedacht sind…

Zur Grundidee hinter dem neuen liturgischen Raumkonzept.pdf

Warum etwas verändern, das schön ist, bislang funktioniert hat und an das sich die Leute gewöhnt haben?

Im Zuge der Generalsanierung der Basilika hat sich der Kirchengemeinderat St. Martin seit 2018 mit dem Altarraum befasst. Die Entscheidung für eine Neugestaltung haben wir uns nicht leicht gemacht…

Infoblatt zum neuen Altarraum Basilika St. Martin.pdf

Stellungnahme zur Altarraumgestaltung von Alexander Jürgens, KGR-Mitglied St. Martin

Ich stehe gewiss nicht im Verdacht, ein bedingungsloser Modernisierer zu sein. Die erste Petition habe ich tatsächlich auch noch unterschrieben. Inzwischen habe ich aber auch nachgedacht….

Über den Sinn der Reliquie – Stellungnahme von Jürgens Alexander.pdf

Stellungnahme des Bischöflichen Ordinariats

Schreiben der für die Aufsichtsführung über die katholischen Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zuständigen Hauptabteilung XIII.

Zur Rechtmäßigkeit der Beschlüsse zum neuen Altarraum in nichtöffentlicher Sitzung.pdf

Stellungnahme zur Petition

Stellungnahme der Kirchengemeinderäte St. Maria, Hl. Geist und St. Martin und der pastoralen Mitarbeiter.innen zu Kommentaren in der Online-Petition zum Erhalt des Altars in der Basilika in Weingarten.

Die Planungen zur Neugestaltung des Altarraums im Zuge der Generalsanierung der Basilika in Weingarten haben eine intensive Debatte mit der Möglichkeit der Meinungsäußerung auf unterschiedlichen Kanälen ausgelöst. Ehrliche und konstruktive Rückmeldungen und Anregungen sowie sachliche Kritik sind in dem komplexen und langwierigen Entscheidungsprozess durchaus willkommen und haben auch schon Berücksichtigung gefunden. Äußerungen jedoch, die einzelne Personen persönlich diffamieren, bloßstellen oder verletzen, wollen und können wir nicht akzeptieren. Hier stellen wir uns unmissverständlich hinter Pfarrer Ekkehard Schmid und den Kirchengemeinderat St. Martin als Entscheidungsgremium. Wir schätzen es sehr, dass …

Ehrenamtliches Engagement im Kirchengemeinderat hat auch Respekt verdient

Stellungnahme zu Maßnahmen im Zeitraum von bis 2015 – 2025

Im Leserbrief der SZ vom 01.08.2026 werden Vorgänge in unserer Kirchengemeinde leider ohne den nötigen Kontext beschrieben. All den genannten Maßnahmen gingen intensive Beratungen und Beschlüsse der Gremien voraus. Der Reihe nach: …

Zur Grundidee hinter dem neuen liturgischen Raumkonzept

Ein neuer Altarraum im Zuge der Generalsanierung der Basilika Weingarten?

Die Heilig-Blut-Reliquie zentral im Altar wie auch zeitweise in einem Schrein am großen Seitenaltar, ein mit drei Stufen erhöhter Altarraum, der Ambo näher zur Gemeinde, der Tabernakel am Seitenaltar – das sind die zentralen Veränderungen, die im Rahmen der Altarraumneugestaltung derzeit angedacht sind. Die zugrundeliegende Idee ist eine neue Sichtweise der Raumgestaltung von der Kuppel her, wie sie uns im Konzept von Künstler Albrecht Zauner vorgestellt wurde. Diese begeistert uns und wir wollen Sie mit den folgenden Zeilen in unseren Gedankenprozess hineinnehmen…

© Albrecht Zauner

Ein neuer Altar? Reliquienverehrung, Altarraum und Kirche neu denken

Warum etwas verändern, das schön ist, bislang funktioniert hat und an das sich die Leute gewöhnt haben?

Im Zuge der Generalsanierung der Basilika hat sich der Kirchengemeinderat St. Martin seit 2018 mit dem Altarraum befasst. Die Entscheidung für eine Neugestaltung haben wir uns nicht leicht gemacht. Umso länger wir uns jedoch damit befasst haben, desto größer wurde unsere Überzeugung, dass eine Neugestaltung sinnvoll ist und Vorteile bringt – auch wenn sie manchen Menschen einiges abverlangt. Wir wünschen uns, dass neue Sichtweisen nicht per se verurteilt werden, genauso wie wir auch verstehen, dass dieser Weg für etliche Menschen schwierig ist. Uns allen ist als Christinnen und Christen gemeinsam, dass wir für unsere Kirche – und die Menschen darin – das Beste wollen!

© KGR St. Martin

Über den Sinn der Reliquie

Stellungnahme zur Altarraumgestaltung von Alexander Jürgens, KGR-Mitglied St. Martin

Ich stehe gewiss nicht im Verdacht, ein bedingungsloser Modernisierer zu sein. Die erste Petition habe ich tatsächlich auch noch unterschrieben. Inzwischen habe ich aber auch nachgedacht. Was ist der Sinn der Reliquie? Welche Funktion hat sie für die Gläubigen? Ist sie Aha-Effekt in einer schönen Kirche, etwas zum Bestaunen? Oder ist eine Reliquie Anregung zur Meditation über das Geschehen, das dahinter steckt, nämlich der Opfertod Jesu?…

© Pfarramt

Zur Rechtmäßigkeit der Beschlüsse zum neuen Altarraum in nichtöffentlicher Sitzung

Schreiben der für die Aufsichtsführung über die katholischen Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zuständigen Hauptabteilung XIII.

© DRS

Unterschriftenaktion

Seit ein paar Wochen kursiert eine Unterschriftenaktion, die sich – wie bereits 2024 beim Ideenwettbewerb – gegen einen neuen Altarraum richtet, bevor das neue Konzept im Detail bekannt ist und vorgestellt werden konnte. Gemeindemitglieder berichten, dass sie mitunter massiv zur Unterschrift gedrängt werden und das oft unter Verzerrung der Tatsachen.

  • Die Heilig-Blut-Reliquie bleibt in der Wallfahrtskirche St. Martin prägend und sichtbar (immer hinter Glas, wie bisher auch) > jede, jeder findet die Reliquie.
  • Zentralität im Altar an großen Teilen im Jahr bleibt gewahrt, gleichzeitig gibt es die Möglichkeit einer persönlichen Verehrung- und Andachtssituation > Stele mit Glasvitrine beim Heilig-Blut-Seitenaltar mit Opferlichtern, Fürbittbuch oder ähnl., Sitz- und Kniegelegenheit, Nähe zur Reliquie.
  • Die Idee ist, den Kuppelraum für große Feierlichkeiten wie bisher freizuhalten > gleicher Standort.
  • Neue Sicherheitstechnik im Altar erforderlich, ein neuer Altar hat diese > Sicherheit der Reliquie.
  • Ein neuer Altar ist Teil einer Neukonzeption des gesamten Chor- und Altarraums > Gestalterisches Gesamtkonzept aus einem Guss.
  • Derzeitiger Planungsstand: Weniger Stufen zum Chorraum, dafür eine einheitliche ebenerdige Fläche, mehr Raum für liturgische Gestaltung, z.B. Krippenspiel > Altar steht nicht mehr auf einer Stufeninsel, mehr Platz um den Altar, keine Stolperfallen mehr.
  • Dafür wird der Altar etwas abgesenkt (es bleiben voraussichtlich drei Stufen), die neue Stufenanlage nimmt bewusst die Rundung der Kuppel auf > Gute Sichtbarkeit muss gewährleistet sein.
  • Würde man die Stufenanlage mit dem bisherigen Altar erneuern, wäre eine technisch aufwändige Hebung und Neuplatzierung des Altars sehr kostspielig > Unser Gedanke: Besser in etwas Neues investieren.
  • Bei der Einweihung der Basilika 1724 war alternativ der Heilig-Blut-Seitenaltar, wie er nun wiederbelebt wird, der Standort der Reliquie > im Laufe der Jahrhunderte hat er sich mehrmals geändert, bis zuletzt zum heutigen Altar, liturgisch mutiger Geist der Pfarrei und Mönche von 1931 lebt weiter.
  • Die Achse zwischen den beiden Seitenaltären (Heilig-Blut-Seitenaltar und Leib-Christi-Seitenaltar) wird durch die zwei neuen Stelen für die Reliquie und die Hostien (Tabernakel) neu belebt > zurück zur barocken Grundidee
    – Altar und Ambo bilden die gegenläufige Achse > gedachtes theologisches Kreuz zeigt sich somit in Innenarchitektur.
  • Wortverkündigung des Gottesdienstes findet am Ambo statt, der vorne bei den Bänken platziert wird, dort zu beiden Seiten hin bespielt werden kann (nach vorne oder nach hinten zum Chor), so stehen sich Tisch des Mahles und Tisch des Wortes ebenbürtig gegenüber (Geist des zweiten vatikanischen Konzils) > Neue liturgische Mitte für kleine Formate wie Taufen oder Andachten im Kuppelkreis zwischen Altar und Ambo entsteht dadurch.
  • Langes Ringen um Ausstellungsort der Reliquie > schließlich Kompromiss aus Zentralität und Verehrung am Seitenaltar.
  • Siegerentwurf von Albrecht Zauner aus Ideenwettbewerb besticht durch Gesamtkonzeption, Anpassung an die Bedürfnisse der Gemeinde > konstruktive Zusammenarbeit.
  • Wir informieren künftig engmaschig über die Planungsstände und laden gezielt Gesprächsgruppen ein, den aktuellen Entwurfsstand direkt in der Basilika zu besprechen. Weiterführende Informationen mit Fotos des Entwurfs, Stellungnahmen und der Vorstellung des Gesamtkonzepts dem Entscheidungsweg seit 2018 und dem Gestaltungsprozess hier auf unserer Homepage.

Der KGR St. Martin: Jörg Bogenrieder, Marlies Ganal, Sonja Heim, Alexander Jürgens, Lars Kiechle, Dr. Marieluise Kliegel, Niklas König, Benno Leibfarth, Dr. Annette Panis, Tobias Reiter, Claudia Schlegel, Silke Schmid, Judith Schönwald, Martin Slevec, Ann-Katrin Stotz, Ralf Ziemann

Wir sind auf dem Weg…

Ein neuer Altarraum im Zuge der Generalsanierung der Basilika Weingarten? Zur Grundidee hinter dem neuen liturgischen Raumkonzept

Die Heilig-Blut-Reliquie zentral im Altar wie auch zeitweise in einem Schrein am großen Seitenaltar, ein mit drei Stufen erhöhter Altarraum, der Ambo näher zur Gemeinde, der Tabernakel am Seitenaltar – das sind die zentralen Veränderungen, die im Rahmen der Altarraumneugestaltung derzeit angedacht sind. Die zugrundeliegende Idee ist eine neue Sichtweise der Raumgestaltung von der Kuppel her, wie sie uns im Konzept von Künstler Albrecht Zauner vorgestellt wurde. Diese begeistert uns und wir wollen Sie mit den folgenden Zeilen in unseren Gedankenprozess hineinnehmen:

Es ist naheliegend sich im Rahmen einer „Jahrhundertbaustelle“, wie sie derzeit mit der Generalsanierung der Basilika stattfindet zu fragen, ob der liturgische Raum einer Umgestaltung bedarf, damit er für die aktuelle und auch zukünftige Nutzung womöglich besser passt als der bisherige.
Gleichzeitig stehen Fragen an, die auch unabhängig von einer großen Lösung geklärt werden müssen (künftige Position der Sedilien, Ambo, Sicherung der Reliquie…). So haben wir als Kirchengemeinderat entschieden, uns auf eine ganz neue Sichtweise auf den barocken Kirchenraum der Basilika einzulassen, zu der der Künstler Albrecht Zauner uns mit seiner Gestaltungsidee aus dem Ideenwettbewerb von 2024 inspiriert hat.
Albrecht Zauner stellt nicht den bisherigen Altarraum, sondern den Kuppelraum ins Zentrum seiner Planungen. Im Vergleich zu anderen Kirchen haben wir mit der Kuppel ein Zentrum und Alleinstellungsmerkmal, über das keine Kirche in Oberschwaben, am Bodensee oder im Allgäu verfügt.
Mit ihrem gewaltigen Kuppelfresko von 22 Metern im Durchschnitt und der luftigen Höhe von 66m bis zur Laterne ist die Kuppel das beeindruckende Herzstück der Kirche und ihre emotionale Mitte. Im Kuppelraum liegt auch der Schnittpunkt von Längs- und Querhaus.
Wer dort steht, steht im Zentrum und gleichzeitig an der Schnittstelle von Horizontale und Vertikale, von Himmel und Welt. Was die Basilika mit ihrer großen Kuppel räumlich darstellt, wirkt auch auf uns als Besucherinnen und Besucher. Die Basilika, wie auch unser Glaube, macht uns groß, nicht klein; richtet auf, ist licht, hell und weit, als wolle sie sagen: „Mensch, erkenne deine Würde!“
Der Künstler Albrecht Zauner regt an, genau dieses Potential und diese Großräumigkeit, die uns die Basilika schenkt, zu nutzen. Er nimmt unsere Anliegen auf und ist kompromissfähig, ohne dabei seinen grundlegend neuen Ansatz zu verlieren. Den Kreis der Kuppel ins Zentrum der Planungen zu stellen und von dort her alle wichtigen Fixpunkte auszurichten, ist für uns der schlüssige Ansatz der Neugestaltung.
Der Kuppelraum war immer unbebaut und soll es auch bleiben, aber nicht als Leerstelle oder gar Graben zwischen der Gemeinde und den Vorstehern der Liturgie. Auf der Kreislinie, die die Rundung der Kuppel aufnimmt, spannt sich ein Raum auf, der symbolisch die communio, die Gemeinschaft mit Gott und die Gemeinschaft der Gläubigen andeutet, der unser gottesdienstliches Handeln dienen möchte.
An den vier Fixpunkten - Altar, Ambo, Reliquienschrein und Tabernakel - sind wir in unterschiedlicher Art und Weise zur Mitfeier und zum Vollzug des Glaubens eingeladen: durch die Feier und Verehrung der Eucharistie, durch das Hören des Wortes, durch die Verehrung des Heiligen Blutes.
An dieser Schnittstelle von Horizontale und Vertikale soll wirksam werden, was auch die Verehrung des Heiligen Blutes mit uns Menschen macht und für uns bedeutet: Wir sind in die Beziehung zum dreifaltigen Gott hineingenommen. Wir sind erlöst. Wir sind aufgerichtet und dürfen als von Gott geliebte und mit Würde ausgestattete Menschen unsere Schritte gehen und die Welt aus diesem Beschenkt-Sein heraus gestalten.
Der Altar greift in seiner Gestalt die Rundung der Kuppel auf und wird mit drei Stufen erhöht sein. Der Ambo wird als Gegenüber zum Altar deutlich näher an die Gemeinde heranrücken. Die Heilig-Blut-Reliquie kann zentral im Altar wie auch in einem neu geschaffenen Reliquienschrein sichtbar gemacht werden. Die beiden barocken Seitenaltäre werden in ihrer ursprünglichen, historischen Bedeutung als Leib- und Blut-Christi-Altäre wieder einbezogen.
Mit dem Tabernakel auf der einen und der Heilig-Blut-Reliquie in einem Schrein auf der anderen Seite des Kuppelraums werden - davon sind wir überzeugt - bessere Rahmenbedingungen für die persönliche Andacht geschaffen, die mit Knie- und Sitzgelegenheiten, Opferlichtern und Anliegenbuch entsprechend gestaltet sind.
Der neue Gottesdienstraum, der sich von der Kuppel her entwickelt, bietet nicht nur wie bisher genügend Raum für die großen Festgottesdienste. Es entsteht gleichzeitig ein Raum, in dem auch kleine Gottesdienste und Feiern stattfinden können: Taufen und Trauungen, Wallfahrtsgottesdienste und Andachten mit kleinen Gruppen. Allen eröffnet diese Konzeption die Möglichkeit, im Gottesdienst vom schönsten Ort der Basilika her - direkt unter dem Kuppelhimmel - das Geheimnis Gottes und des Menschen zu erahnen und zu feiern.
Für diese ganz andere und weite Sicht- und Herangehensweise wollen wir werben.
Wir wissen, dass es dazu Vertrauen braucht und die Bereitschaft Vertrautes aufzugeben. Vielleicht wird sich für Manche erst durch das Erleben in der Praxis die Grundidee von Albrecht Zauner erschließen und sich deren Umsetzung als gut und richtig erweisen. Als unsere Vorgänger im Kirchengemeinderat 2016 die Neugestaltung der Marienkapelle planten, wagten sie auch etwas Neues. Das Ergebnis überzeugt uns bis heute. Der Zuspruch aus der Gemeinde wie von Besuchern ist äußerst positiv.
Wir sind als Kirchengemeinderat überzeugt, dass dies auch beim neuen liturgischen Raumkonzept der Basilika der Fall sein wird, auch wenn es wie jede Veränderung zunächst das Loslassen von Liebgewordenem bedeutet. Wir verstehen uns hier in der Tradition derer, die 1931 als Pfarrei und Abtei in ähnlicher Weise Neues gewagt und dafür Bewährtes verändert haben.
Auch diese Umgestaltung hat damals sicher nicht bei allen Beifall gefunden, wird aber heute als wegweisend und mutig bewertet. Davon wollen wir uns ermutigen lassen und laden Sie ein, diesen Weg mit uns mitzugehen.

Vorstellung des ersten Entwurfs

Der Künstler Albrecht Zauner stellt sich vor…

FAQs zum Thema Altarraum in St. Martin

Mit Beginn der Generalsanierung der Basilika Weingarten im Jahr 2021 lag es für die Kirchengemeinde nahe, die liturgische Mitte einmal grundsätzlich und auf der Grundlage der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Blick zu nehmen. Die letzte Neugestaltung des Altarraums erfolgte vor dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1931. Das Jubiläumsjahr 2024 „300 Jahre Basilika“ wurde dabei bewusst zur Information und Präsentation eines Ideenwettbewerbs gewählt – auch um die Überlegungen noch vor der Gerüststellung des Bauabschnitts III im Kuppel- und Chorraum nachvollziehen zu können.

Der Kirchengemeinderat ist durch die Wahl aller wahlberechtigten Gemeindemitglieder die demokratisch legitimierte Vertretung einer Kirchengemeinde. Die diözesane Ordnung sieht maximal 16 stimmberechtigte Mitglieder vor. Das Gremium in St. Martin hat entsprechend der Katholikenzahl der Kirchengemeinde diese größtmögliche Anzahl an Sitzen. In die Beratung waren zudem die KGR-Vorsitzenden und deren Stellvertreter der drei letzten Amtsperioden bewusst einbezogen worden, um die Kirchengemeinde sehr breit zu repräsentieren. Durch die breite öffentliche Erörterung zum Thema Altarraum im Rahmen der Präsentation der Preisträger des Ideenwettbewerbs lagen die jeweiligen Sichtweisen und Argumentationen vor. Die umfangreichen, inhaltlich teilweise weit auseinandergehenden Rückmeldungen wurden differenziert ausgewertet und unmittelbar in die Beratungen einbezogen.

In einer nicht-öffentlichen Sitzung hat der neue KGR unter Moderation von Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren am 13. März das Thema Altarraum aufgegriffen und ausführlich beraten, aber auch die künftige Vorgehensweise festgelegt.
Das Ergebnis war eindeutig: Der neu gewählte KGR beschloss einstimmig eine einheitlich neue Altarraumkonzeption anzustreben. Zudem beauftrage der KGR in einer weiteren Abstimmung – wiederum einstimmig bei einer Enthaltung – den Bildhauer Albrecht Zauner, dessen Entwurf beim Ideenwettbewerb den ersten Preis erhalten hatte, zu beauftragen, seine Ideenskizze in Abstimmung mit dem KGR weiter auszuarbeiten und zu realisieren.
Eng eingebunden in die Beratung wie in die Vorgehensweise waren dabei sowohl die Verantwortlichen in der Diözese wie auch die Projektleitung von Vermögen und Bau Amt Ravensburg. Beide Seiten unterstützen den getroffenen Beschluss.

Die Gestaltung des Altarraums ist Ausdruck, wie eine Kirchengemeinde des 21. Jahrhunderts heute Liturgie feiert. Sie muss ebenso sensibel wie zeitgemäß sein. Sie ist Ausdruck, dass ein Kirchenraum kein Museum ist, sondern der Ort, wo sich jede Gemeinde zu ihrer Zeit und mit ihrem Selbstverständnis versammelt um ihren Glauben sinnig und stimmig zu feiern. Die Gemeinde weiß aber auch, dass eine neue Altarraumgestaltung – wie all ihre Vorgänger – immer nur eine Lösung auf Zeit ist.

  • Es würde einen hohen technisch-finanziellen Aufwand bedeuten, den gemauerten und mit Stuckmarmor überzogenen Altar von 1931 auf ein neues, einheitliches Stufenniveau umzusetzen.
  • Das Heilig-Blut-Fenster entsprechend heute geltender technisch-sicherheitsrelevanter Standards zu ertüchtigen und optisch anzupassen wäre zudem unverhältnismäßig schwieriger als ein neuer Altar, bei dem diese Belange berücksichtigt werden können.
  • Liturgische Verbesserung auf Grundlage des 2. Vatikanischen Konzils.

Ein neuer Altarraum muss die Gratwanderung schaffen, sich sensibel in den gesamten Kirchenraum einzufügen und sich zugleich davon markant als Zentrum abzuheben.
Im Gegensatz zu der im Jahr 1931 erfolgten Altarraumgestaltung, bleibt bei der aktuellen Planung die barocke Ausstattung in Gänze unberührt.
Sowohl die originale Stufenanlage als auch das barocke Chorgitter in seiner ursprünglich gewinkelten Aufstellung wurde damals laut einem Gutachten von 2024 durch seine Einpassung am heutigen Standort irreparabel zerstört.

Beim Ideenwettbewerb schlugen etliche beteiligte Künstler einen neuen Ort für die Aufbewahrung der Heilig-Blut-Reliquie außerhalb des Zelebrationsaltars vor, was teilweise heftig kritisiert wurde.

  • Bei seiner Beratung fand der KGR eine Lösung, die beide Interessen berücksichtigt und umsetzt. Realisiert wird keine starre Entweder-oder-Lösung, wo es Gewinner und Verlierer gibt, sondern eine Sowohl-als-auch-Lösung.
  • Die Heilig-Blut-Reliquie wird auch künftig im neuen Zelebrationsaltar präsentiert, was in der öffentlichen Diskussion vielen ein Hauptanliegen war.
  • Zugleich wird der alternative Standort am großen Seitenaltar über der Welfengruft, dem ursprünglichen Heilig-Blut-Altar, realisiert.
  • Damit wird eine mobile und lebendige liturgische Gestaltung der Heilig-Blut-Verehrung geschaffen, die atmet und offen ist. Angedacht ist, das Heilig-Blut im Hauptaltar an Festzeiten und zu besonderen Anlässen zu zeigen, zu anderen Zeiten aber auch den Seitenaltar mit seinem auf das Heilig-Blut verweisenden Bildprogramm zu verwenden, welcher sich gut für die persönliche Andacht eignet.
  • Sowohl im neuen Hauptaltar wird also wie bisher eine Öffnung dafür vorhanden sein wie auch auf dem Seitenaltar ein entsprechendes tabernakelähnliches Gehäuse, bei dem das Heilig-Blut sichtbar und würdig präsentiert wird.
  • Eine Stele, wie im Ideenentwurf angedacht, wird – auch aufgrund diesbezüglicher Rückmeldungen – nicht realisiert.
  • Der Künstler hat sich sehr intensiv und konsequent mit dem Raum auseinandergesetzt.
  • Sein Entwurf ist überzeugend und konsequent vom Kuppelrund her entwickelt (Kuppelraum als Alleinstellungsmerkmal der Basilika im Vergleich zu den anderen süddeutschen Barockkirchen).
  • Sein Entwurf schafft einen großen Altarraum in Entsprechung zum großen Kirchenraum durch Auseinanderziehen und Zueinanderstellen von Altar und Ambo an den jeweiligen Scheitelpunkten der Kuppel.
  • Altar („Tisch des Brotes“) und Ambo („Tisch des Wortes“) werden als eigenständige heilige Orte sichtbar.
  • Der historische Standort des Altars seit 1724 am Chorbogen wird bewahrt, zugleich wird durch den Ambo eine größtmögliche Nähe zu den Gläubigen in den Bankreihen für die Verkündigung möglich.
  • Für kleinere, besondere Gottesdienste (z. B. Trauungen, Wallfahrtsgruppen) wird die Möglichkeit einer Bestuhlung im Kreis unter der Kuppel zwischen Altar und Ambo geschaffen.

Die Kosten der Sanierung der Basilika trägt der Eigentümer, das Land Baden-Württemberg. Für die Kirchengemeinde entstehen dadurch Kosten in Höhe von 500.000 Euro, wovon 150.000 Euro für den neuen Altarraum veranschlagt sind. Somit belaufen sich die Kosten der Altarraumgestaltung auf weniger als 1% der Gesamtbaukosten.

  • Herbst 2026 / nach Ende von Bauabschnitt III: Präsentation des finalen Modells
  • Umbau der Altarstufen 2027 / während Bauabschnitt IV
  • Herbst 2027: Abschluss der Basilikasanierung. Die Einweihung und Weihe des neuen Zelebrationsaltars ist für 31. Oktober 2027 geplant.